Was im öffentlichen Sektor passiert
Lange war digitale Souveränität vor allem ein Konferenzthema. Inzwischen handeln mehrere Verwaltungen. Einige Beispiele:
- Schleswig-Holstein: Das Land stellt seine Verwaltung seit 2024 auf Open-Source-Software um – Büroanwendungen, E-Mail und Kalender und auf längere Sicht das Betriebssystem der Arbeitsplätze. Der Umstieg läuft in Etappen über mehrere Jahre.
- Deutsche Stadtstaaten: Mindestens ein Stadtstaat hat öffentlich erklärt, eine quelloffene Arbeitsplatz-Suite für die Verwaltung zu prüfen – ein Paket aus Büro-, Kollaborations- und Kommunikationswerkzeugen, das für den öffentlichen Sektor entwickelt wird.
- EuroStack: Seit Anfang 2025 diskutieren Politik, Forschung und Wirtschaftsverbände über einen „EuroStack“ – die Idee einer europäischen Technologiebasis von Chips über Cloud-Infrastruktur bis zur Software. Das ist eine Debatte mit Vorschlägen, kein fertiges Programm.
- Luxemburg: Die Regierung hat eine Strategie für die digitale Verwaltung 2026–2030 veröffentlicht, die die Richtung für digitale öffentliche Dienste der nächsten Jahre vorgibt.
Diese Entwicklungen sind unterschiedlich weit: Manches sind Beschlüsse in der Umsetzung, anderes Pläne oder Debatten. Wenn du dich auf Details stützt, prüf den aktuellen Stand in den offiziellen Quellen.
Warum Verwaltungen das tun
Die Gründe ähneln sich von Land zu Land, auch wenn die Gewichtung unterschiedlich ist:
- Abhängigkeit. Liefern wenige Anbieter den Großteil der Software, fallen Preise, Lizenzbedingungen und Produktentscheidungen woanders.
- Kontrolle über Daten und Recht. Verwaltungen wollen wissen, wo Daten liegen und welches Recht gilt – auch, ob Behörden außerhalb der EU Zugriff verlangen können.
- Ausstiegsmöglichkeiten. Offene Formate und Standardschnittstellen erlauben einen Anbieterwechsel, ohne Dokumente aus Jahren zu verlieren.
- Wissen vor Ort. Open-Source-Software und europäische Anbieter halten Know-how und Arbeitsplätze in der Region.
Nichts davon geht über Nacht. Große Umstellungen dauern Jahre. Verwaltungen berichten, dass Schulung und Support genauso wichtig sind wie die Software selbst.
Was das für kleine Organisationen bedeutet
Ein Sportverein, eine kleine Agentur oder eine Gaming-Community hat keine IT-Abteilung und keinen Fünfjahresplan. Die Kernfragen lassen sich aber gut übertragen:
- Wo liegen unsere Gespräche, Dateien und Aufnahmen?
- Welche Firmen verarbeiten sie – und in welchen Ländern?
- Bekommen wir unsere Daten in brauchbarer Form heraus, wenn wir wechseln wollen?
- Wer entscheidet, ob eine KI verarbeitet, was wir sagen?
Kleine Organisationen sind sogar im Vorteil: Ein Tool für 20 oder 200 Leute zu wechseln, dauert Wochen, nicht Jahre. Fang mit dem Tool an, in dem die sensibelsten Inhalte liegen – oft sind das Meetings und Chat.
Fünf praktische Schritte
Tools auflisten
Schreib jedes Tool auf, das eure Gruppe nutzt, welche Daten darin liegen und wer es verwaltet. Eine einfache Tabelle reicht.
Prüfen, wohin Daten gehen
Pro Tool: Betreiber, Serverstandort, Unterauftragsverarbeiter und was die EU verlässt. Unsere DSGVO-Checkliste für Tools hilft dabei.
Den Ausweg testen
Probier den Export aus, bevor du ihn brauchst. Kannst du Nachrichten, Dateien und Mitgliederlisten in einem brauchbaren Format herunterladen?
Regeln für KI festlegen
Entscheidet, ob Meetings transkribiert und zusammengefasst werden dürfen. Und sorgt dafür, dass Einzelne widersprechen können.
Eins nach dem anderen ändern
Fang mit dem wichtigsten Tool an. Ein ruhiger, gut erklärter Wechsel klappt besser als ein großer Umbruch.
Wo Coviqo steht
Coviqo wird aus Luxemburg betrieben, unsere Server stehen in Deutschland. Transkription, Übersetzung und Zusammenfassungen laufen auf Servern, die wir selbst betreiben. Space-Inhaber können die Daten eines Space als ZIP-Archiv exportieren, und jede Person kann ihre eigenen Daten herunterladen.
Manche Daten verlassen die EU: Netzwerkschutz durch einen CDN/Proxy-Anbieter vor Website und App, Zahlungen über einen Zahlungsdienstleister sowie Anmeldedienste oder Integrationen, die du selbst wählst. Das zeigen wir offen unter Warum eine europäische Plattform. Was digitale Souveränität für uns praktisch heißt, steht unter Digitale Souveränität.
Häufige Fragen
Was bedeutet „digitale Souveränität“?
Grob gesagt: Ein Staat, eine Organisation oder eine Person kann selbstbestimmt über digitale Werkzeuge und Daten entscheiden – wo Daten liegen, welches Recht gilt und ob ein Anbieterwechsel ohne Datenverlust möglich ist.
Müssen kleine Organisationen auf Open-Source-Software umsteigen?
Nein. Open Source ist ein Weg, Abhängigkeiten zu verringern. Genauso wichtig sind der Speicherort der Daten, wer sie verarbeitet, klare Verträge und ein funktionierender Export.
Kann ich meine Daten mitnehmen, wenn ich Coviqo verlasse?
Ja. Jede Person kann ihre eigenen Daten herunterladen. Inhaber und Admins eines Space können den ganzen Space als ZIP-Archiv exportieren – mit Räumen, Nachrichten, Notizen, Aufgaben, Terminen, Mitgliedern und Dateien.
Im Benutzerhandbuch
Schritt-für-Schritt-Anleitungen